Entideologisierung der Debatte um Patientenverfügungsgesetz gefordert!

Die nunmehr verbleibende Zeit bis zur nächsten Behandlung der Thematik im Bundestag sollte in erster Linie dazu genutzt werden, die Konsensgespräche zu forcieren. 

Hierbei wird darauf zu achten sein, dass die teilweise unglaublichen „ethischen und moralischen Botschaften“ mancher „Experten“ ihrer Mythen zu entkleiden sind und in der Gegenwartsdebatte keine Rolle mehr spielen sollten.  

Es ist nicht vor einer „Patientenverfügung zu warnen“, zumal nicht selten die Apologeten einer neuen Wertekultur dazu entscheidend beigetragen haben, dass das Thema ideologisch besetzt wurde. Es waren nicht die Befürworter von zivilrechtlichen Regelungen zur Absicherung der Patientenautonomie am Ende des Lebens, die über Gebühr „Furcht und Ängste“ bei den Bürgerinnen und Bürgern, vor allem aber bei den konkret betroffenen Patienten geschürt haben. 

Recherchieren wir dazu zunächst unbefangen die Literatur, dann stoßen wir auf zeitgeschichtliche Dokumente, die für sich beanspruchen, die Dilemmata aufzudecken, ohne dass hierbei allerdings die jeweiligen Autoren erkannt haben, die „moralischen und ethischen“ Dilemmata selbst wortgewaltig und manchmal auch pathetisch mit aller Phantasie initiiert zu haben. Nicht selten konnten wir eine Klerikalisierung der Debatte feststellen, aus der es dann kein „Entrinnen“ mehr gab, wenn man/frau sich nicht den Vorwurf der „Sündenbegehung“ einhandelt wollte (vgl. dazu auch „Furcht und Schrecken vor der »Medizinethik« - Zitate von Gegenwartsphilosophen und Textpassagen von namhaften Organisationen, Lutz Barth, 2009) 

Heute möchte ich auf eine Meldung aus dem Jahre 2005 verweisen, wo über die Innenansichten eines Altenhilfeexperten und seiner Einstellung zur Patientenverfügung berichtet wurde. Ein Kommentar ist dazu nicht beabsichtigt, weil nach diesseitiger Auffassung entbehrlich, sprechen doch die „Botschaften“ eine deutliche Sprache und belegen insgesamt die These, dass eine Enttabuisierung vielleicht von Anfang an gar nicht gewollt war. 

“Patientenverfügungen sind eine vorgezogene Euthanasie-Einwilligung”, so die seinerzeitige Einschätzung des Experten, die aktuell dahingehend noch einer „Steigerung“ erfahren hat, in dem Patientenverfügungen gleichsam ein »Opium fürs Volk« seien (vgl. dazu die diesseitige PM bei openPR v. 07.11.08) 

Quelle: epv.de, Artikel v. 12.04.05, Gefährliche Diskussion um Patientenverfügungen -Altenhilfeexperte fürchtet wachsende Euthanasie-Bereitschaft, >>> http://www.epv.de/node/916 <<< (html) 

Lutz Barth, 28.05.09

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